Einsame Rose, blühst so verlassen, willst hier im Tale stille verblassen? Hat denn kein Knabe deiner begehrt? Hielt denn kein Wand'rer Pflückens dich wert? Einsame Rose, bleibe alleine, bleibe die Stolze, Züchtige, Reine. Lacht dir kein Auge, blinkt dir kein Stern, blühst du nicht Menschen, blühe dem Herrn! Selig, dem Herren stille zu halten, ihm nur zu Diensten fromm sich entfalten, ihm nur zuliebe duften und glüh'n, ihm nur zur Ehre leise verblüh'n. Einsame Rose, blühende Nonne, bleibe der Wildnis heimliche Wonne! Bleibe des Heilands „Rose im Tal“, bis dich sein Engerl pflücket einmal.
Drei geistliche Gesänge für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 160
by Adalbert Staab
1. Die Rose im Thale  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
2. Ich möchte heim  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Ich möchte heim, mich ziehts dem Vaterhause,
Dem Vaterherzen zu;
Fort aus der Welt verworrenem Gebrause
Zur stillen, tiefen Ruh;
Mit tausend Wünschen bin ich ausgegangen,
Heim kehr ich mit bescheidenem Verlangen,
Noch hegt mein Herz nur einer Hoffnung Keim:
Ich möchte heim.
Ich möchte heim, bin müd von deinem Leide,
Du arge, falsche Welt;
Ich möchte heim, bin satt von deiner Freude,
Glückzu, wem sie gefällt!
Weil Gott es will, will ich mein Kreuz noch tragen,
Will ritterlich durch diese Welt mich schlagen,
Doch tief im Busen seufz' ich insgeheim:
Ich möchte heim.
Ich möchte heim; ich sah in sel'gen Träumen
Ein bess'res Vaterland;
Dort ist mein Theil in ewig lichten Räumen,
Hier hab' ich keinen Stand:
Der Lenz ist hin, die Schwalbe schwingt die Flügel
Der Heimat zu weit über Tal und Hügel;
Sie hält kein Jägergarn, kein Vogelleim,--
Ich möchte heim.
Ich möchte heim; trug man als kleines Kindlein
Mich einst zu Spiel und Schmaus:
Ich freute mich ein leichtes kurzes Stündlein,
Dann war der Jubel aus;
Wenn sternhell noch der Brüder Auge blitzte,
In Spiel und Lust sich erst ihr Herz erhitzte,
Trotz Purpuräpfeln, goldnem Honigseim:
Ich wollte heim.
Ich möchte heim; das Schifflein sucht den Hafen,
Das Bächlein läuft ins Meer,
Das Kindlein legt im Mutterarm sich schlafen,
Und ich will auch nicht mehr;
Manch Lied hab ich in Lust und Leid gesungen,
Wie ein Geschwätz ist Lust und Leid verklungen;
Im Herzen blieb mir noch der [letzte]1 Reim:
Ich möchte heim.
Text Authorship:
- by Karl Friedrich von Gerok (1815 - 1890), "Ich möchte heim!", subtitle: "Hebr. 13, 14 Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.", appears in Palmblätter, in Heilige Worte
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Palmblätter von Karl Gerok, Stuttgart: E. Greiner's Verlags, Leipzig: Amelang's Verlag, [1884], pages 77-78.
1 Lang: "einz'ge"3. Behüt' dich Gott
Language: German (Deutsch)
Behüt' dich Gott, geliebtes Kind
. . . . . . . . . .
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