Seelieder für Mezzo-Sopran (oder Baryton) mit Pianofortebegleitung

Song Cycle by Joseph Pembaur (1848 - 1923)

Word count: 293

1. Unter himmelhoher Kette [sung text not yet checked]

Unter himmelhoher Kette, 
Unter ew'gem Gletscherschnee 
Ruhest du in deinem Bette 
Heimlich da, du stiller See.

Horch! wie's rings im Mondeuscheine 
Leis' von Well zu Welle geht;
Dort um die drei Kreuzessteine 
Horch! ein Flüstern halbverweht. 

Keine Pflanze grünt bei ihnen,
Stille herrscht dort, wie im Grab.
Manchmal hört man die Lawinen 
Donnern von den Höh'n herab.

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2. Abendnebel ziehn und wallen [sung text not yet checked]

Abendnebel ziehn und wallen
Um der stillen Berge Schnee,
Ferne Glocken über'm See
Klingen sehnlich und verhallen.

Was ich floh, das faßt mich wieder,
Ach, ich fühl' mich so allein! --
Himmel, gieß den goldnen Schein
Deiner Sterne auf mich nieder!

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Confirmed with Martin Greifs Gesammelte Werke. Erster Band. Gedichte. Sechste, reich vermehrte Auflage. C. F. Amelangs Verlag, Leipzig, 1895, pages 117-118.


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3. Donner hallen, Nebel wallen [sung text not yet checked]

Donner hallen,
Nebel wallen,
Auf dem alten Felsenpaß
Blitzt es ohne Unterlaß.

Ungeheuer
Ist das Feuer,
Das aus allen Wolken bricht,
Blau und purpurn flammt das Licht.

Donner riefen
In die Tiefen;
Aber Alles schweigt und ruht,
Keine Welle regt die Fluth.

Grün und böse
In's Getöse
Lauscht die Woge stumm hinauf,
Jetzo wühlt sie weiß sich auf.

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4. Ihr Wolken erhebt euch [sung text not yet checked]

Ihr Wolken, erhebt euch 
In himmlische Höh'! 
Verlasset den grünen 
Wildschäumenden See.

Er lacht nicht mehr freundlich,
Seit ihr ihn umzieht; 
Bald stürmt er ans Ufer,
Bald weicht er und flieht.

Er ruft euch hernieder,
Er kennt sich nicht mehr;
Ihr nehmt ihm die Sonne 
Und drängt ihn so schwer.

Wohl ganz wie das Herze 
Gebahret er sich,
Das saget zum Schmerze: 
Erdrücke du mich. 

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5. Weit draussen im See [sung text not yet checked]

Weit draußen im See, weit draußen 
Em Schifflein steuert so weit,
Man hört eine jede Stimme
Der fernen Schiffersleut'.

Ihr Dörflein schimmert im Lichte 
Der ruhigen Abendsonn';
Im alten Klostergebäude 
Schläft manche vergessene Nonn'. 

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6. Weite Nacht umspannt mich grau [sung text not yet checked]

Weite Nacht umspaunt mich grau,
Wasser rings wohin ich schau.
Fern das Ufer sich verlor,
Träg' Gewölke schläft davor.

Tausend Sterne über mir,
Stille, stille ist es hier.
Gegen Morgen neblich schwach herauf 
Steigt des Mondes schmale Sichel auf.

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