Drei Lieder

by Lili Reiff-Sertorius (1866 - 1958)

1. Ein Liebeslied [sung text not yet checked]

Aus goldenem Odem
Erschufen uns Himmel.
O, wie wir uns lieben ...

Vögel werden Knospen an den Ästen,
Und Rosen flattern auf.

Immer suche ich nach deinen Lippen
Hinter tausend Küssen.

Eine Nacht aus Gold,
Sterne aus Nacht ...
Niemand sieht uns.

Kommt das Licht mit dem Grün,
Schlummern wir;
Nur unsere Schultern spielen noch wie Falter.

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2. Frühling [sung text not yet checked]

Wir wollen wie der Mondenschein
Die stille Frühlingsnacht durchwachen,
Wir wollen wie zwei Kinder sein.
Du hüllst mich in dein Leben ein
Und lehrst mich so wie du zu lachen.

Ich sehnte mich nach Mutterlieb
Und Vaterwort und Frühlingsspielen,
Den Fluch, der mich durchs Leben trieb,
Begann ich, da er bei mir blieb,
Wie einen treuen Feind zu lieben.

Nun blühn die Bäume seidenfein
Und Liebe duftet von den Zweigen.
Du mußt mir Mutter und Vater sein
Und Frühlingsspiel und Schätzelein
Und ganz mein eigen.

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Confirmed with Else Lasker-Schüler, Gesammelte Gedichte, Leipzig, Verlag der Weißen Bücher, 1917, page 50.


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3. Mein Volk [sung text not yet checked]

Der Fels wird morsch, 
Dem ich entspringe 
Und meine Gotteslieder singe... 
Jäh stürz ich vom Weg 
Und riesele ganz in mir 
Fernab, allein über Klagegestein 
Dem Meer zu.

Hab mich so abgeströmt 
Von meines Blutes 
Mostvergorenheit. 
Und immer, immer noch der Widerhall 
In mir, 
Wenn schauerlich gen Ost 
Das morsche Felsgebein, 
Mein Volk, 
Zu Gott schreit.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mon peuple", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

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