Ich möchte eine große That thun. Möchte eine wirklich gute Oper componieren, was bei Frauen wohl nie der Fall war. Meine wilde Komponiererei wurde durch Alexander von Zemlinsky, der mein Talent sofort erkannt hatte, in erste Bahnen gelenkt. Ich komponierte von einem Tag zum anderen vielseitige Sonatensätze, lebte nur meiner Arbeit und hatte mich plötzlich von allem gesellschaftlichem Treiben zurückgezogen [..]. Es war fast selbstver-ständlich, daß ich mich in Zemlinsky, der ein häßlicher Mensch war, verliebte.
1. Wilde Komponiererei
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Alma Mahler (1879 - 1964)
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TagebuchResearcher for this page: Joost van der Linden [Guest Editor]
2. Nur der seinen Leben
Language: German (Deutsch)
Mahler forderte brieflich sofortiges Aufgeben meiner Musik, ich müsse nur der seinen leben ... Ich rannte die ganze Nacht in meinem Zimmer auf und ab. Meine Mutter hörte mich, kam in mein Zimmer und forderte mich allen Ernstes auf, Gustav Mahler zu verlassen. Sie kannte ja mein Dasein und wußte, daß ich seit meinem achtzehnten Lebensjahr an nur der Musik gelebt hatte. Die Askese, die man sich selber diktiert, ist richtig; aber die, zu der man befohlen wird, wie das in meiner Ehe mit Gustav Mahler geschah, reizte mich bis an die Grenze des mir Ertragbaren. Übrigens: ich hatte Gustav Mahler niemals eine Note meiner Musik gezeigt.
Text Authorship:
- by Alma Mahler (1879 - 1964), appears in Tagebuch-Suiten 1898-1902
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In: Alma Mahler-Werfel, Tagebuch-Suiten 1898-1902, Frankfurt am Main : S. Fischer Verlag GmbH, 1997
Researcher for this page: Joost van der Linden [Guest Editor]
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