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Difference(s) between text #80039 and text #91110

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11Es stand eine Linde im tiefen Tal,Es stand eine Lind' im tiefen Thal,
22war oben breit und unten schmal,Wohl oben breit und unten schmal;
3worunter zwei Verliebte saßen
4und die vor Freud' ihr Leid vergaßen.
53
64„Fein's Liebchen, wir müssen von einander,Worunter zwei Verliebte saßen,
75ich muss noch sieben Jahre wandern!“Vor Liebe ihr Leid vergaßen.
8„Und musst du noch sieben Jahre wandern,
9heirat' ich mir keinen ander'n!“
106
117Und als die sieb'n Jahre umme war'n,"Feins Liebchen, wir müssen von einander,
128sie meinte, ihr Lieb käme bald.Ich muß noch sieben Jahre wandern."
13Sie ging wohl in das grüne Holz,
14ihr feines Lieb zu erwarten,
15da kam ein Reiter geritten stolz.
169
1710„Gott grüß' dich, du Hübsche und du Feine!"Mußt du noch sieben Jahre wandern,
1811Was machst du hier alleine?Nehm' ich mir keinen andern."
19Ist dir dein Vater oder Mutter gram?
20Oder hast du heimlich einen Mann?“
2112
2213„Mein Vater und Mutter ist mir nicht gram,Und als die sieben Jahr um waren
2314ich hab' auch heimlich keinen Mann!Sie meinte ihr Liebchen käm' bald;
24Heut' sind's drei Wochen über sieben Jahr',
25dass mein Feinliebchen ausgewandert war!“
2615
2716„Gestern bin ich geritten durch eine Stadt,Da ging sie in den Garten,
2817da dein fein's Liebchen hat Hochzeit gehat.Ihr Feinsliebchen zu erwarten.
29Was tust du ihm denn wünschen an,
30dass er seine Treu' nicht gehalten hat?“
3118
3219„Ich wünsch' ihm all das Beste,Sie ging wohl in ein grünes Holz,
3320soviel der Baum hat Äste!Da kam ein Reuter geritten stolz:
34Ich wünsch' ihm so viel gute Zeit,
35so viel Stern' am Himmel stehen!
36Ich wünsch' ihm so viel Glück und so viel Segen
37als Tröpflein, die vom Himmel regnen!“
3821
22"Gott grüß' dich, Mädchen feine,
23Was machst du hier alleine?"
24
25"Sind dir dein Vater oder Mutter gram,
26Oder hast du heimlich einen Mann?" --
27
28"Mein Vater und Mutter sind mir nicht gram,
29Ich hab' auch heimlich keinen Mann."
30
31"Gestern war's drei Wochen über sieben Jahr,
32Daß mein Feinsliebchen ausgewandert war." --
33
34"Gestern bin ich geritten durch eine Stadt,
35Wo dein Feinsliebchen Hochzeit hatt'."
36
37"Was thust du ihm denn wünschen an,
38Daß er seine Treu' nicht gehalten hat?" --
39
40"Ich wünsch' ihm all' das Beste,
41So viel der Baum hat Äste,
42
43"Ich wünsch' ihm so viel Glücke fein,
44So viel wie Stern' am Himmel sein,
45
46"Ich wünsch' ihm so viel gute Zeit,
47So viel wie Sand am Meere breit."
48
3949Was zog er von dem Finger sein?Was zog er von dem Finger sein?
4050Ein' Ring von rotem Golde fein.Ein feines gold'nes Ringelein:
41Er warf den Ring in ihren Schoß,
42sie weinte, dass das Ringlein floss!
4351
4452Was zog er aus seiner Taschen?Er warf den Ring in ihren Schooß,
4553Ein Tuch, schneeweiß gewaschen.Sie weint', daß ihr das Auge floß.
46„Trockn' ab, trockn' ab dein' Äugelein,
47du sollst fürwahr mein eigen sein!
4854
4955Ich tät' dich ja nur versuchen,Was zog er aus seiner Taschen?
5056ob du würdest schwören oder fluchen;Ein'n Tuch schneeweiß gewaschen.
5157hätt'st du einen Fluch oder Schwur getan,
5258so wär' ich gleich geritten davon!“"Trockn' ab, trockn' ab dein' Äugelein,
59Du sollst fürwahr mein eigen sein.
60
61"Ich wollt' dich nur versuchen,
62Ob du würd'st schwören oder fluchen;
63
64"Hätt'st du einen Schwur oder Fluch gethan,
65Von Stund' an wär' ich geritten davon."

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