by Hermann Hölty (1828 - 1897)
Der Sänger und die Königsmaid
Language: German (Deutsch)
Ich weiß eine Mär' aus verklungener Zeit; Es liebte der Sänger die Königsmaid; -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Die Saiten erklangen in Lust und Schmerz; Sie lockten, sie zwangen das lauschende Herz; -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Halb hat sie geschenkt ihm, halb hat er geraubt Ein goldenes Löcklein vom lieblichen Haupt; -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Sie bot ihm den heißen, den duftigen Mund, Den hat er geküßt in nächtlicher Stund'! -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Nun zischelt's wie Schlangen die Gassen hindurch, Und zischelt hinauf bis zur Königsburg; -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Der Mond schien traurig, das Henkerbeil klang, Der Sturmwind pfiff einen Grabgesang! -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen!
F. Kamm sets lines 1, 2, 4-8, 10-14, 16-18
Confirmed with Bilder und Balladen von Hermann Hölty, Hannover: Carl Meyer, 1872, pages 68-69.
Text Authorship:
- by Hermann Hölty (1828 - 1897), "Der Sänger und die Königsmaid", appears in Bilder und Balladen [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2026-10-13
Line count: 18
Word count: 125
