by Johann Timotheus Hermes (1738 - 1821)
Morgenlied
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Language: German (Deutsch)
Wie lieblich winkt sie mir, die sanfte Morgenröthe! Der Schatten weicht vor ihr zurück. Wie schön ist die Natur! O Herr, vor dem ich bete, Wie überströmst du mich mit Glück! Du hast mir mehr geschenkt, als in den Abendstunden Mein Glaube gestern von Dir bat; Viel mehr, als ich verstand, hast Du im Flehn gefunden, Womit Dein Geist mich selbst vertrat. Du schenktest mir den Schlaf zur Sammlung neuer Stärke Auch für den schwersten Lebenstag, Jetzt ruft Dein Wohlthun mich zum Schaffen guter Werke Aus meinem stillen Schlafgemach. Wie prächtig kommt der Tag! ich athme frische Lüfte, Der Wald singt mir ein Loblied vor, Ich stimme jauchzend ein; und rein, wie Blumendüfte, Steig, Herr, mein Lob zu Dir empor! Und sanft ergieße sich Dein Licht in meine Seele, Und zeige mir den Weg zu Dir! Stärk mich durch deine Kraft! und wenn ich Schwacher fehle, Dann, Vater, hab Geduld mit mir.
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
Confirmed with Theomele. Eine Sammlung auserlesener christlicher Lieder und Gesänge aus den vorzüglichsten deutschen Dichtern älterer und neuerer Zeit, Gütersloh, S. Bertelsmann, 1836, page 149.
Text Authorship:
- by Johann Timotheus Hermes (1738 - 1821), "Morgenlied" [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2016-12-09
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