by Friedrich Christoph Förster (1791 - 1868)
Türkische Musik
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Language: German (Deutsch)
Ein Kaiser einst in der Türkei Er hieß von Gottes Gnaden! Hatte sein treues Volk herbei Zu einem Fest geladen; Er saß zum Thron im vollen Glanz Umlagert von Trabanten, Da rief das Volk: zu unserm Tanz, Herr, schick uns Musikanten! Der Zimbelschläger war zu Hand, Er ließ sein Spiel erklingen, Wo er gefüllte Beute fand, Die mußten klingend springen. Das Silber und das feine Gold, Das er heraus geschlagen, Er lachend in den Säckel rollt, Dem Kaiser heimzutragen. Der Fiedeler war auch nicht faul Mit seinem Fiedelbogen, Wer hinterher ein schiefes Maul Beim Zimbelspiel gezogen, Den spannt er in die Fiedel ein, Sich angenehm zu zeigen, Und mogten alle Zeter schrein, Er ließ nicht nach mit Geigen. So wurden sie gezwickt, gezwackt, Gezimbelt und gestrichen, Und war nur irgend aus dem Takt Ein armer Schelm gewichen, -- Da sprang der Trommler schnell hervor, Das Trommelspiel zu rühren, Zog ihm das Fell dicht übers Ohr, Das rechte Maaß zu spüren. Der Kaiser, dem der Tanz gefiel, Rief sich die Musikanten, Die sich so fort nach ihrem Spiel Ludi - Ministri nannten. Dem Fiedler gab er die Justiz, Dem Zimbler die Finanzen, Dem Trommler aber die Miliz Und ließ dann weiter tanzen.
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
Confirmed with Neue Berliner Monatschrift für Philosophie, Literatur und Kunst, Berlin: bei Ernst Heinrich Georg Christiani, 1821. Zweiter Band, elftes Heft, pages 383 - 384.
Text Authorship:
- by Friedrich Christoph Förster (1791 - 1868), "Türkische Musik" [author's text checked 1 time against a primary source]
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