by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866)
Becher und Schwert
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Language: German (Deutsch)
Was mein Vater nachgelassen, Hatte wenig Geldeswerth, Denn es war mein ganzes Erbe Nur ein Becher und ein Schwert. Hatte wohl, mit trauten Freunden, Froh geleert auch den Pokal, Und an seiner Seite klirrte Recht zu Schutz und Trutz der Stahl. Doch wie auch gering mein Erbe, Liegt ihm tiefer Sinn zu Grund, Und mir ist als spräche mahnend Noch zu mir des Vaters Mund: „Lass' den Becher hell erklingen, In den Stunden froher Lust, Denn der Frohsinn ist wie nirgend Doch daheim in deutscher Brust. „Wohl bewehret steh' den Stürmen, Was dich Schlimmes auch bedroht, Muthig durch des Lebens Wellen, Unverzagt in Zeit der Noth.“ D'rum auch will ich Schwert und Becher Wahren als mein bestes Gut, Und Gefährte bleib' für immer Mir der Frohsinn und der Muth. Hab' ich dann den Lebensbecher Bis zur Hefe ausgeleert, Sey noch meines Sohnes Erbe Dieser Becher, dieses Schwert.
J. Schachner sets stanzas 1-6
Confirmed with Johann Nepomuk Vogl, Blätter und Trauben, Wien, Verlag von A. Strauß's sel. Witwe & Sommer, 1843, page 47. The text is from Gänsbacher's setting.
Note: modern German would change the following spellings: "Geldeswerth" -> "Geldeswert", "Muthig" -> "Mutig", "Noth" -> "Not", "Muth" -> "Mut", "Sey" -> "Sei", etc.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Becher und Schwert", appears in Blätter und Trauben: Lieder für heitere Kreise [author's text checked 1 time against a primary source]
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