by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866)
Beim Wein
Language: German (Deutsch)
Es macht sich jeder seine Welt, wie sie ihm eben wohlgefällt; so mach' ich mir die meine beim Weine. Bei Frauenlieb' und Häuslichkeit erträumt sich der die gold'ne Zeit; Glück auf, ich such' die meine beim Weine. Der And're wähnt sein Glück und Ruhm, rauft sich mit aller Welt herum; gern gönn' ich dem das Seine beim Weine. Ein Dritter ist dem Geld nur hold, der will nur Gold und sucht nur Gold. Ich such' mein Gold, das reine, beim Weine. Ein Vierter lebt nur bloß der Kunst, dem ist sonst alles and're Dunst. Respekt der Kunst - nur keine beim Weine! Ein Fünfter nur in Sternen reist, der schätzt sonst wieder nichts als Geist; auch ich, doch den vom Rheine beim Weine. So macht sich jeder seine Welt und meint am besten sei's bestellt, gerade wie ich's meine beim Weine.
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Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Blätter und Trauben von Johann N. Vogl, Wien, 2. Aufl., 1844.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Beim Wein", appears in Blätter und Trauben: Lieder für heitere Kreise [author's text checked 1 time against a primary source]
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