Spatz und Spätzin
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Language: German (Deutsch)
Auf dem Dache sitzt der Spatz, Und die Spätzin sitzt daneben, Und er spricht zu seinem Schatz: "Küsse mich, mein holdes Leben! Bald nun wird der Kirschbaum blühn; Frühlingszeit ist so vergnüglich; Ach wie lieb' ich junges Grün Und die Erbsen ganz vorzüglich!" Spricht die Spätzin: "Teurer Mann, Denken wir der neuen Pflichten, Fangen wir noch heute an, Uns ein Nestchen einzurichten!" Spricht der Spatz: "Das Nesterbau'n, Eierbrüten, Junge-Füttern Und dem Mann den Kopf zu kraun -- Liegt den Weibchen ob und Müttern." Spricht die Spätzin: "Du Barbar! Soll ich bei der Arbeit schwitzen, Und du willst nur immerdar Zwitschern und herumstipitzen?" Spricht der Spatz: "Ich will dich hier Mit zwei Worten kurz berichten: Für den Spatz ist das Pläsier, Für die Spätzin sind die Pflichten!"
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Confirmed with Deutsche Lyrik von Heute und Morgen: mit einer geschichtlichen Einleitung herausgegeben von Dr. Alexander Tille, Leipzig, Druck und Verlag von C. G. Naumann, 1896, page XXXVI.
Text Authorship:
- by Karl August Meyer , "Spatz und Spätzin" [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2008-07-14
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