Spatz und Spätzin
Language: German (Deutsch) 
Auf dem Dache sitzt der Spatz,
  Und die Spätzin sitzt daneben;
Und er spricht zu seinem Schatz:
  "Küsse mich, mein holdes Leben.
Bald nun wird der Kirschbaum blühn;
  Frühlingszeit ist so vergnüglich!
Ach, wie lieb' ich junges Grün
  Und die Erbsen ganz vorzüglich,
Bald wird nur der Kirschbaum blühn."
  Spricht die Spätzin: "Teurer Mann,
[Denke doch]1 der neuen Pflichten!
  Fangen wir noch heute an,
Uns ein Nestchen [einzurichten]2!"
  Spricht er Spatz: "Das Nesterbau'n,
Eierbrüten, Jungefüttern
  Und dem Mann den Kopf zu kraun,
Liegt den Weibchen ob und Müttern!"
  [Spricht]3 die Spätzin: "Du Barbar,
Soll ich bei der Arbeit schwitzen,
  Und du willst nur immerdar
Zwitschern und herumstibitzen?"
  Spricht der Spatz: "Ich will [dir]4 hier
Mit zwei Worten kurz berichten:
  «Für den Spatz ist das Pläsier,
Für die Spätzin sind die Pflichten!»"

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1 Reger: "Denken wir"
2 Reger: "herzurichten"
3 Reger: "Sprach"
4 Reger: "dich"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

This text was added to the website: 2008-07-14
Line count: 25
Word count: 131