by Emanuel Geibel (1815 - 1884)
Zwei Könige sassen auf Orkadal
Language: German (Deutsch)
Zwei Könige sassen auf Orkadal, Hell flammten die Kerzen im Pfeilersaal. Die Harfner sangen, es perlte der Wein, Die Könige schauten finster drein. Da sprach der eine: "Gib mir die Dirn'! Ihr Aug' ist blau, schneeweiss ihre Stirn." Der Andre versetzte in grimmem Zorn: "Mein ist sie und bleibt sie, ich hab's geschwor'n!" Kein Wort mehr sprachen die Könige drauf, Sie nahmen die Schwerter und stunden auf, Sie schritten hervor aus der leuchtenden Hall'; Tief lag der Schnee an des Schlosses Wall. Es sprühten die Fackeln, es blitzte der Stahl -- Zwei Könige sanken auf Orkadal.
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- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), "Zwei Könige", appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lübeck und Bonn [author's text checked 1 time against a primary source]
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