by Albert Zeller (1804 - 1877)
Den Pfad, den du so oft gezogen
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Language: German (Deutsch)
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Den Pfad, den du so oft gezogen, Den ich mit dir gewandelt bin, Schon decken ihn des Kornes Wogen, Und Blumen nicken drüber hin; Nur an der dichtern Lebensfülle Erkenn' ich noch die liebe Spur, Sonst birgt sie in der weiten Hülle Die unermeßlich reiche Flur! So wie der Pfad verlor dein Leben Sich in dem reichsten Segensmeer, Und meine frohen Blicke schweben Gleich Sonnenstrahlen drüber her: Wie hat der Herr dein Seyn gesegnet Und deiner treuen Hände Saat! Auf jedem Schritt und Tritt begegnet Mir deine stille Liebesthat. Umflossen von des Höchsten Güte, Umfangen wie vom Mutterarm, Wie fühl' ich ferner im Gemüthe Verlassen mich, verwaist und arm! Kein Klagen rührt sich, kein Begehren; Erfüllung strömet um mich her; Ein licht- und gnadenvoll Gewähren, Als ob ich mit vollendet wär! Sollt ich auch hoffen und nicht schauen? Das Schauen ist des Hoffens Kern, Wenn auch dem hoffendsten Vertrauen Der volle Aufgang ist noch fern. Du bist bei Ihm, in seiner Nähe Fühl ich die deine wunderbar; Ich bin gehalten und ich sehe Doch in der Liebe Tiefen klar.
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View text with all available footnotesConfirmed with: Lieder des Leids von Albert Zeller, Fünfte stark vermehrte Auflage, Berlin: Druck und Verlag von Georg Reimer, 1865, pages 80-81.
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- by Albert Zeller (1804 - 1877), no title, appears in Lieder des Leids, no. 42 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2006-12-13
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