by Friedrich Güll (1812 - 1879)
Das Fischlein schwimmt im Weiher
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Language: German (Deutsch)
Das Fischlein schwimmt im Weiher Um einen grünen Strauch, Und oben fliegt der Geier, Der hat ein scharfes Aug. Das Fischlein denkt: "In Lüften, Da ist es gar so schön, Wo so viel Blumen duften In Thälern und auf Höh'n. Da unten in den Fluten, Da ist es trüb und kalt; Ich will mich drum gemuthen Und aufwärts fliegen halt." Da schwingt es sich und schwänzelt Und plätschert recht nach Lust; Es springt empor und tänzelt, Wie ein Tanzmeister just. Das Fischlein in dem Weiher, Es schaut nicht auf, noch um, Sieht oben nicht den Geier, Und wie er kreist herum. Das Fischlein, froh und munter, Möcht' immer noch hinauf. Der Geier schießt herunter Und sperrt den Schnabel auf. "O Jammer über Jammer, Daß ich dich jetzt erst seh'! Wie thust mit deiner Klammer, O Geier mir so weh!" So spricht's und ist verschwunden, Der Geier trägt es fort; Wär's lieber blieben drunten Im kühlen, sichern Ort! Und merk' dir's wohl mein Bübchen, Und du mein Mädchen auch: Wenn ihr nicht bleibt im Stübchen, So kommt der Geier auch.
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View text with all available footnotesConfirmed with Friedrich Güll, Kinderheimath in Liedern. Volksausgabe: Drei Gaben in einem Band, Gütersloh: C. Bertelsmann, 1875, pages 77 - 78.
Text Authorship:
- by Friedrich Güll (1812 - 1879), "Hört nur einmal an und denkt, wie der Geier das Fischlein fängt", appears in Kinderheimath in Liedern [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2009-09-09
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