by Wolfram Bucher (flourished c1847-1848)
Oft wandelt' ich in lichter Frühlingsau
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Language: German (Deutsch)
Oft wandelt' ich in lichter Frühlingsau,
Von Blumen band ich Kränze roth und blau
Zu schmücken deine Stirn mit ihrer Pracht:
Ich hab' an dich gedacht!
Dann stand ich wieder auf der Alpen Schnee,
Ein düstrer Schütz', im Busen tiefes Weh,
Stechpalmen pflückt' ich an des Abgrunds Schacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Dann lag ich wieder, wo die dunkle Flut
Des Alpensees bei Silberlilien ruht,
Und blickt' hinaus in Dämmerung und Nacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Nun bin ich krank, die Kraft der Sehne dorrt,
Es reicht von mir, es reicht zu dir kein Wort,
Du schlummerst süß, wenn noch mein Auge wacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Und wenn vom Mund der letzte Seufzer dringt,
Im letzten Kampfe Stoff und Leben ringt,
Strahlt noch dein Bild durch Todesschauer hehr:
O sprich, was willst du mehr?
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View text with all available footnotesConfirmed with Wiener allgemeine Musik-Zeitung. Eigenthümer und Redakteur: Ferdinand Luib. No. 22. Samstag den 19. Februar 1848. Achter Jahrgang, page 85.
Text Authorship:
- by Wolfram Bucher (flourished c1847-1848), "An Julie", first published 1848 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Peter Rastl [Guest Editor]
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