by Felix Ludwig Julius Dahn (1834 - 1912)
Lied der Walküre
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Language: German (Deutsch)
Froh sah ich dich aufblühn, du freudiger Held, Lang folgt' ich dir schwebend und schweigend gesellt. Oft küßt' ich des Schlummernden Schläfe gelind, Und leise die Locken, die dir wehen im Wind. Hoch flog ich zu Häupten, – du kanntest mich kaum – Durch die Wipfel der Wälder, dein Trost und dein Traum. Ich brach vor dem Bugspriet durch Brandung dir Bahn, Vor dem Schiffe dir schwamm ich, weiss-schwingig, ein Schwan. Ich zog dir zum Ziele den zischenden Pfeil, Aufriß ich das Roß dir, das gestrauchelt am Steil. Oft fing ich des Feindes geschwungenes Schwert, Lang hab' ich die Lanzen vom Leib dir gewehrt. Und nun, da die Norne den Tod dir verhängt, Hab' ich dir den schnellsten, den schönsten geschenkt. „Sieg!” riefest du selig, „Sieg, Sieg allerwärts!” Da lenkt' ich die Lanze dir ins herrliche Herz. Du lächeltest leiblich – ich umfing dich im Fall – Ich küsse die Wunde – und nun auf: – nach Walhall!
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Confirmed with Felix Dahns Sämtliche Werke. Poetischen Inhalts. Neue Folge. Band III. Walhall, Leipzig, Breitkopf & Hártel, 1903, page 161, a footnote.
Text Authorship:
- by Felix Ludwig Julius Dahn (1834 - 1912), "Lied der Walküre" [author's text checked 1 time against a primary source]
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