by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)
Melusine
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Language: German (Deutsch)
Es wohnt das Mädchen Wunderhold Mitten im Walde; Was da webet und grünt und blüht, Gehorcht ihr balde. Und tritt sie früh aus ihrer Thür Auf leichten Füßen, Flattern die Vögel um sie her, Die blauen Blumen grüßen. Das fleckige Rehlein hält ihr still, Lässet sich streicheln mit Nicken; Sie hat gezähmt den jungen Wolf Mit ihren holdseligen Blicken. Singend über das tauige Moos Schreitet die Holde, Die Morgensonne wirft ihr um Den Mantel von Golde. O wär' ich dann der klare Brunn, Den sie zum Spiegel wählet! Sie lacht hinein mit rotem Mund, Wenn ihr Haar sie strählet. Sie lacht hinein und singt dazu: "O lustig Schweifen! Mein Sinn ist wie der Wind, Wind, Wind, Wer kann ihn greifen! Und wie ein Schrein so ist mein Herz, Nur fester, feiner. Wo liegt der Schlüssel? ich weiß es wohl, Doch find't ihn keiner."
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Confirmed with Juniuslieder von Emanuel Geibel, Zehnte Auflage, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1854, pages 43-44.
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Melusine", appears in Juniuslieder, in Lieder [author's text checked 2 times against a primary source]
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