by (Christian) Friedrich Hebbel (1813 - 1863)
Sieg
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Language: German (Deutsch)
Zum ersten Male ist sie heut gegangen Als junge Christin zum Altar des Herrn; Die dunklen Worte, die vorher erklangen, Sie hielten ihr die ganze Erde fern; Ein Todesschauer bleichte ihre Wangen Und fast verglimmte ihres Auges Stern, Denn, wer nicht würdig ist und trinkt, so spricht Gott selbst, der ißt und trinkt sich das Gericht. Und dennoch hat sie heut sich mir ergeben, Wo jegliche Empfindung ihr's verbot; Sie wagte einmal, ihre Blick zu heben, Da sah sie mich und wurde wieder rot; Nun nahte sie sich dem Altar mit Beben Und nahm nur noch mit Angst das heil'ge Brot, Und als sie auch verschüttete den Wein, Da jauchzte ich: sie ist auf ewig mein!
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
Confirmed with Friedrich Hebbel, Sämtliche Werke, sechster Band: Gedichte, ed. by Adolf Stern, Berlin und Leipzig: Th. Knaur Nachfolge, 1908, page 62. Appears in Vermischte Gedichte, in Ein frühes Liebesleben, no. 3.
Text Authorship:
- by (Christian) Friedrich Hebbel (1813 - 1863), "Sieg", appears in Gedichte, in 3. Vermischte Gedichte, in Ein frühes Liebesleben, no. 3 [author's text checked 1 time against a primary source]
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