by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Die Arche Noäh
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Language: German (Deutsch)
Das Essen, nicht das Trinken, Bracht' uns um's Paradies. Was Adam einst verloren Durch seinen argen Biß, Das giebt der Wein uns wieder, Der Wein und frohe Lieder. Und als die Welt auf's Neue In Bauches Lust versank, Und in der Sünde Fluthen Die Kreatur ertrank, Blieb Noah doch am Leben, Der Pflanzer edler Reben. Er floh mit Weib und Kindern Wohl in sein größtes Faß, Das schwamm hoch auf den Fluthen, Und Keiner wurde naß. So hat der Wein die Frommen Dem Wassertod entnommen. Und als die Fluth zerronnen, Da blieb das runde Haus Auf einem Berge sitzen, Und alle stiegen aus, Begrüßten froh das Leben, Und pflanzten neue Reben. Das Faß blieb auf dem Berge Zum Angedenken stehn: Zu Heidelberg am Neckar Könnt ihr es selber sehn. Nun wißt ihr, wer die Reben Am Rhein uns hat gegeben. Und will noch Einer wagen, Den heil'gen Wein zu schmähn, Der soll in Wasserfluthen Erbärmlich untergehn! Stoßt an und singt, ihr Brüder: Der Wein und frohe Lieder!
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Confirmed with Wilhelm Müller, Gedichte, Berlin, 1906, pages 88-89.
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Die Arche Noäh", appears in Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten 2, in Tafellieder für Liedertafeln [author's text checked 1 time against a primary source]
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