by Carl (Theodor) Weitbrecht (1847 - 1904)
Winterwanderung
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Language: German (Deutsch)
O wie weit, o wie weit Liegen die Berge weiss beschneit, Spinnen sich endlos die grauen Lüfte, Wälzt sich der Nebel durch Wälder und Klüfte! Tief in dem Schnee versinkt der Tritt, Und das Herz will nicht weiter mit. O wie weit, o wie weit Liegt die sonnige, farbige Zeit, Da blaue Höhen mich fernhin riefen, Wipfel mich lockten aus grünenden Tiefen, Wenn ich am blühenden Frühlingshag Hoch auf dem Berg in den Blumen lag. O wie weit, o wie weit Wird mich des Lebens Müh und Streit Noch verschlagen von all dem Lieben, Das mir ferne zurückgeblieben?-- Ohne Antwort der Tannenwald steht, Und die Pfade sind windverweht. O wie weit, o wie weit Herz, halt fest, ob es weht und schneit! Einmal muß dir der Lenz noch frommen, Einmal muß der Tag noch kommen, Da du in heimatseliger Rast Frieden und Liebe und alles hast!
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Confirmed with Gesammelte Gedichte von Carl Weitbrecht, Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1903, pages 7-8.
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Confirmed with Gesammelte Gedichte von Carl Weitbrecht, Stuttgart: Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1903, pages 7-8.
Text Authorship:
- by Carl (Theodor) Weitbrecht (1847 - 1904), "Winterwanderung", written 1871, appears in Jugendstimmungen [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2013-04-26
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