by Gottfried Keller (1819 - 1890)
Ein Tagewerk I See original
Language: German (Deutsch)
Our translations: FRE
Vom Lager stand ich mit dem Frühlicht Frühlicht auf Und nahm hinaus in's Freie meinen Lauf, Wo duftiggrau die Morgendämmrung lag, Umflorend noch den rosenrothen Tag; Mich einmal satt zu gehn in Busch und Feldern Vom Morgen früh bis in die späte Nacht, Und auch ein Lied zu holen in den Wäldern, Hatt' ich zum festen Vorsatz mir gemacht. Rein war der Himmel, bald zum Tag erhellt, Der volle Liebespuls schlug durch die Welt; Die Lüfte wehten und der Vogel sang, Die Eichen wuchsen und die Quelle sprang; Die Blumen blühten und die Früchte reiften, Ein jeglich Gras that seinen Atemzug, Die Berge standen und die Wolken schweiften In gleicher Luft, die meinen Odem trug. Ich schlenderte den lieben Tag entlang, Im Herzen regte sich der Hochgesang; Es brach sich Bahn der Wachtel heller Schlag, Jedoch mein Lied, — es rang sich nicht zu Tag. Der Mittag kam, ich lag an Silberflüssen, Die Sonne sucht' ich in der klaren Flut Und durfte nicht von Angesicht sie grüßen, Der ich allein, in all dem Drang, geruht. Die Sonne sank und ließ die Welt der Ruh, Die Abendnebel gingen ab und zu; Ich lag auf Bergeshöhen matt und müd, Tief in der Brust das ungesungne Lied. ... ...
Note: the text above is taken from stanzas 1-3, 4 (lines 1-4) of the original text.
Composition:
- Set to music by Othmar Schoeck (1886 - 1957), "Ein Tagewerk I", op. 55 no. 24 (1941-3), stanzas 1-3, 4 (lines 1-4) [ mezzo-soprano or baritone and piano ], from Unter Sternen: Lieder und Gesänge nach Gedichten von Gottfried Keller, no. 24, Wien: Universal Edition
Text Authorship:
- by Gottfried Keller (1819 - 1890), no title, appears in Neuere Gedichte, in Vermischte Gedichte, in Ein Tagewerk, no. 1
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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