by Karl Friedrich von Gerok (1815 - 1890)
Ich möchte heim! See original
Language: German (Deutsch)
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Ich möchte heim, mich ziehts dem Vaterhause, Dem Vaterherzen zu; Fort aus der Welt verworrenem Gebrause Zur stillen, tiefen Ruh; Mit tausend Wünschen bin ich ausgegangen, Heim kehr ich mit bescheidenem Verlangen, Noch hegt mein Herz nur einer Hoffnung Keim: Ich möchte heim. Ich möchte heim, bin müd von deinem Leide, Du arge, falsche Welt; Ich möchte heim, bin satt von deiner Freude, Glückzu, wem sie gefällt! Weil Gott es will, will ich mein Kreuz noch tragen, Will ritterlich durch diese Welt mich schlagen, Doch tief im Busen seufz' ich insgeheim: Ich möchte heim. Ich möchte heim; ich sah in sel'gen Träumen Ein bess'res Vaterland; Dort ist mein Theil in ewig lichten Räumen, Hier hab' ich keinen Stand: Der Lenz ist hin, die Schwalbe schwingt die Flügel Der Heimat zu weit über Tal und Hügel; Sie hält kein Jägergarn, kein Vogelleim,-- Ich möchte heim. Ich möchte heim; trug man als kleines Kindlein Mich einst zu Spiel und Schmaus: Ich freute mich ein leichtes kurzes Stündlein, Dann war der Jubel aus; Wenn sternhell noch der Brüder Auge blitzte, In Spiel und Lust sich erst ihr Herz erhitzte, Trotz Purpuräpfeln, goldnem Honigseim: Ich wollte heim. Ich möchte heim; das Schifflein sucht den Hafen, Das Bächlein läuft ins Meer, Das Kindlein legt im Mutterarm sich schlafen, Und ich will auch nicht mehr; Manch Lied hab ich in Lust und Leid gesungen, Wie ein Geschwätz ist Lust und Leid verklungen; Im Herzen blieb mir noch der einz'ge Reim: Ich möchte heim.
Composition:
- Set to music by Josephine Lang (1815 - 1880), "Ich möchte heim!", op. 41 (1866) [ voice and piano ]
Text Authorship:
- by Karl Friedrich von Gerok (1815 - 1890), "Ich möchte heim!", subtitle: "Hebr. 13, 14 Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.", appears in Palmblätter, in Heilige Worte
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2006-12-07
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