by Robert Reinick (1805 - 1852)
Language: German (Deutsch)
Tief in waldgrüner Nacht
ist ein Bächlein erwacht,
kommt von Halde zu Halde gesprungen,
und die Blumen, sie stehn
ganz verwundert und sehn
in die Augen dem lustigen Jungen.
Und sie bitten: "Bleib hier
in dem stillen Revier!"
Wo sie drängen, den Weg ihm zu hindern!
Doch er küßt sie im Flug,
und mit neckischem Zug
ist er entschlüpft den lieblichen Kindern.
Und nun springt er hinaus
aus dem stillgrünen Haus:
"O du weite, du strahlende Ferne!
Dir gehör' ich, o Welt!"
Und er dünkt sich ein Held,
und ihm leuchten die Augen wie Sterne.
"Gebt mir Taten zu tun!
darf nicht rasten, nicht ruhn,
soll der Vater, der Alte, mich loben!"
Hoch zum Flusse geschwellt,
von dem Fels in die Welt
braust er nieder mit freudigem Toben.
...
Immer voller die Lust,
immer weiter die Brust!
Und er wächst zum gewaltigen Strome.
Zwischen rankendem Wein
schauen Dörfer darein
und die Städt' die Burgen und Dome.
Und er kommt an das Meer;
hell leuchtet es her,
wie verklärt von göttlichem Walten.
Welch ein Rauschen im Wind?
"Du mein Vater!" -- "Mein Kind!"
Und er ruht in den Armen des Alten.
Composition:
- Set to music by Joseph (Gabriel) Rheinberger (1839 - 1901), "Der Strom", op. 108 no. 1 (1877), published 1878, stanzas 1-4,6-7 [ SATB chorus ], from Am Strome, no. 1, Leipzig, Kistner
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Der Strom"
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Research team for this page: Ferdinando Albeggiani , Johann Winkler
This text was added to the website: 2008-06-14
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