by Friedrich Hermann Frey (1839 - 1911), as Martin Greif

Mir kommt es vor bisweilen
Language: German (Deutsch) 
Mir kommt es vor bisweilen 
Dor an dem Schilf, 
Als hört' ich's leis sich theilen 
Und lispen: Hilf!  

Ich kann es nicht verstehen, 
Ob es mich täuscht; 
Die Winde drüber gehen, 
Der Reiher kreischt. 

Wollt' nie mir Binsen schneiden   
Als Kind am Teich,  
Als müßte was erleiden 
Den Todesstreich.  

Es war als wie ein Grinsen 
Und ein Genick 
Der langen schwarzen Binsen: 
Ich floh zurück. 

Und doch fand ich mich gerne 
Und wieder ein, 
Als könnte was nicht ferne 
Verborgen sein; 

Als müßt' ich noch erfassen, 
Was es mir wollt';   
Als ob ich nicht verlassen 
Im Leide sollt'.

About the headline (FAQ)

Confirmed with Gedichte von Martin Greif, Stuttgart: J. G. Cotta'schen Buchhandlung 1868, pages 49 - 50.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-08-23
Line count: 24
Word count: 98