by (Georg) Adolf Glaßbrenner (1810 - 1876)

Nicht verzagt
Language: German (Deutsch) 
Ein Jäger ging einst in den Wald
und hat die Büchse abgeknallt
und hat vorbeigeschossen.
O weh!
Es war einmal ein durst'ger Mann,
der griff den Becher oben an,
der Wein ist weggeflossen.
So geh!
Knall' wieder los, schenk' wieder ein,
zum zweiten Mal wird's besser sein.

Den dritten plagt ein böser Geist,
der sich Herr Hypochonder heißt,
er konnte ihn nicht bannen.
O weh!
Ein Reiter wollte d'ran und d'rauf,
hob den bespornten Fuß schon auf,
da lief das Pferd von dannen.
So geh!
Der Freuden gibt's, der Pferde viel!
Zum zweiten Mal kommt ihr ans Ziel.

Ein Jüngling liebt' ein Mädchen sehr,
das Mädchen macht ihm's Herze schwer,
sie nahm sich einen Andern.
O weh!
Ein Lust'ger wollt' hinaus ins Frei',
da sprang er sich den Fuß entzwei,
da konnt' er nimmer wandern.
So geh!
Mach's ebenso, steh' wieder auf!
Zum zweiten Mal gelingt der Lauf.

Der letzte ist gestorben auch,
es ist einmal so Sitt' und Brauch
und lässt sich nicht vermeiden.
O weh!
Von lust'ger Jagd, von frischem Trunk,
vom raschen Pferd, vom Mädchen jung,
von allem musst' er scheiden.
So geh!
Vergiss im Grab die kurze Pein!
Zum zweiten Mal wird's besser sein!

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-08-04
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Word count: 198