by Aloys Wilhelm Schreiber (1761 - 1841)

Der Wandrer
Language: German (Deutsch) 
Muß der Ruhm des Edlen denn vergehen,
Wie die goldne Schrift am Leichenstein?
Kann das herrlichste nicht fortbestehen,
Hüllt die Nacht das höchste Streben ein?

Kaum noch kann ich deinen Namen lesen,
Wo die Nesseln um den Marmor blühn!
Ach, das wärmste Herz es muß verwesen,
Über ihm wird dann der Rasen grün.

Ach, dein Grab ist still und eingesunken,
Keiner wallt mit einem Opfer her,
Deines Geistes hellr Götterfunken,
Weh, er leuchtet unter uns nicht mehr.

Confirmed with Vaterländische Blätter, ed. by Aloys Schreiber, Heidelberg, in der Expedition der vaterländischen Blätter, 1812, page 206.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Bertram Kottmann

This text was added to the website: 2015-09-29
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