by Hermann Eckelmann (1817 - 1886)

Das Herz
Language: German (Deutsch) 
Die Welt ist groß, das Herz ist klein,
doch geht die ganze Welt hinein;
was auf der Erde unten winkt,
und was vom Himmel niederblinkt,
und was im Lenz die Blumen sagen,
und was im Herbst die Blätter klagen,
die laute Lust, der stille Traum:
Das Alles hat im Herzen Raum.

Und ist das Herz auch noch so klein,
die Sünde dringt doch auch hinein;
ihr Gift zerstöret und entstellt
darin die schöne Gotteswelt.
Sie will allein darinnen walten
mit ihren hässlichen Gestalten;
dann baut sie dort ein festes Haus
und treibt, was heilig ist, hinaus.

O lass dein Herz doch fromm und rein,
lass es ein Tempel Gottes sein!
Dann ist es reich und hochbeglückt,
wenn Gott der Herr es selber schmückt
mit hellem Glanz und süßer Stille
und mit des gnazen Himmels Fülle.
Schließ' auf dein Herz und mach' es weit
für solche große Herrlichkeit.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-11-15
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