Armer Mensch, sie haben viel
Language: German (Deutsch) 
Armer Mensch, sie haben viel
dich betrogen auf der Erde!
Fort von deinem stillen Herde,
weit ins trübe Weltgewühl
riss dich falscher Träume Spiel.
Ach, was hast du nun gefunden?
Tief im Herzen schwere Wunden!
Ruhe sanft vom Kampfe aus,
friedlich ist das enge Haus.

Bist so scheu zurückgebebt
vor des bleichen Todes Winken?
Sieh', du hast nun lang' gelebt,
und den Freudenkelch zu trinken
immer doch umsonst gestrebt.
Lass den Leib und seine Habe!
Wohl erstanden aus dem Grabe
sieht verkläret dein Gesicht
in ein schön'res Himmelslicht.

Drüben wandelt mancher Held,
mancher Heil'ge dir entgegen;
drüben wirst den Gram der Welt
nicht im wunden Herzen hegen,
denn der Geist ist dir erhellt.
Bist auf ewig abgeschieden
von dem Traumgedräng' hienieden;
alle Sorgen schlafen ein
über deinem Leichenstein.

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-12-02
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