by Wilhelm Müller (1794 - 1827)

Trinklied
Language: German (Deutsch) 
An der Elbe Strand
liegt mein Vaterland;
lieb's von ganzer Seele,
aber meine Kehle
ist zu Haus' am Rhein,
dürstet nur nach Wein.

Wem es Freude schafft,
trinke Bruderschaft
mit den kalten Fröschen;
meinen Durst zu löschen,
hol' ich mir vom Rhein
lebenswarmen Wein.

Spricht ein kluger Mund,
Wein sei nicht gesund.
Ei, so trink' er keinen!
Doch [mir will]1 es scheinen:
Der den Geist erfreut,
tut dem Leib kein Leid.

Mancher Medikus
trank sich aus dem Fluss
Flüsse in die Glieder.
Wein und frohe Lieder!
heißt mein Recipe
wider jedes Weh'.

Und muss [es einst]2 sein,
sterb' ich doch am Wein
lieber als an Pillen.
Vor dem letzten Willen
leer' ich erst mein Fass
bis aufs letzte Glas.

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1 Reissiger: "will mir"
2 Reissiger: "einst es"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2021-05-22
Line count: 30
Word count: 119