by Siegfried Schmidt (1756 - 1799)

Sängers Einsamkeit
Language: German (Deutsch) 
 Wie klingt's so bänglich drüben?
 Trieb Liebe ihn? was trieb ihn hin?
 Was zum Clavier im Trauersinn?
 Es klingt als wie von Lieben.
 Horch Mädchen, wie der Sänger singt,
 Wie's ins Gemüt der Liebe dringt,
 Was heilge Sänger singen.

 Da schlichen sie und lauschten
 Wohl an des Sängers Fensterrahm,
 Und Zorn ihm von den Lippen kam,
 Und zorn'ge Saiten rauschten.
 Es zitterten die Saiten fort;
 Da kam das sanfte Klagewort,
 Der Wehmut Stimme wieder.

 »Laß sie, die stumpfen Seelen!
 Ach's ist doch hart, so einsam sein,
 Des Lebens Lust, des Lebens Pein
 Im eignen Busen hehlen.
 Der Freund ist fern, die Freundin fern;
 Der Sänger schlägt die Saiten gern,
 Ach, tönten sie auch wieder!

 Wo seid ihr mir Verwandte?
 Im Felsen ist das Echo wach,
 Und tönt's in keinem Herzen nach,
 In diesem fremden Lande?
 Wohl rief ich ihm, wohl rief es mir
 Aus allen Herzen tön' ich dir,
 Die heil'gen Sang verehren!«

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 28
Word count: 154