by Ludwig Albrecht Schubart (1765 - 1811)

Lied
Language: German (Deutsch) 
 Horch, grausig heult draußen der Mitternachtwind
 Und schüttelt wild Flocken hernieder.
 Auf setzt' euch um's lachende Tischen geschwind,
 Laßt pfeiffen den flockenden Mitternachtwind,
   Ihr braven, traulichen Brüder, und singt
   Erquickende Lieder.

 Schaut! Anger und Täler und Wälder sind weiß;
 Draus heben sich schwärzliche Äste;
 Die Bächlein erstarren im funkelnden Eis,
 Wir lachen beisammen im munteren Kreis:
   Hebt an den Gesang, ihr Gäste!
   Am hocherfreilichen Feste! -

 Durchs Eisfeld das wandernde Bürschchen hingeht
 Mit langen, verdiooekten Schritten;
 Ha! seht doch, wie um ihn der Winterfrost weht,
 Im schneidenden Wirbel sein Bündelchen dreht,
   Er watet mit schweren Schritten
   Und späht nach einsamen Hütten.

 Uns hüllet der Heerd in erwärmenden Duft,
 Uns wärmen der Hirtinnen Küße;
 Wie spott' ich der Flocken durchwimmelten Luft,
 Wenn winkend mein Schätzgen beim Namen mich ruft,
   Lisette, die freundliche süße,
   Und wechselt labende Küße?

 Wie schmeckt uns so köstlich das schäumende Bier
 Im runden geschwungenen Becher;
 Der Mond schaut so freundlich in silberner Zier
 Herab von dem bläulichen Himmelsrevier,
   Auf uns die jauchzenden Zecher,
   Lacht in die schäumenden Becher! -

 Wohl pfeift der grimmige Mitternachtwind
 Und schüttelt wild Flocken hernieder,
 Wir drücken an Busen die Mädchen geschwind,
 Und lassen laut pfeiffen den nächtlichen Wind,
   Und trinkend singen wir Lieder,
   Wir deutschen wackeren Brüder!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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