by Siegfried Kapper (1821 - 1879)

Nachtgesang
Language: German (Deutsch) 
Wenn schweigend gesunken
die Nacht ins Land,
da möcht' ich wohl nehmen
den Stab zur Hand.

Und wenn rings auf Erden
kein Auge mehr wacht,
da möcht' ich hinausgeh'n
allein in die Nacht

über Eb'nen und Heiden,
über Hügel und Höh'n,
über Bäche und Ströme,
von niemand geseh'n,

und weit, ach weit
über Wüsten und Meer,
denn leiden und schweigen,
das schmerzt zu sehr!

Und kämen die Sterne
mit bleichem Glanz,
und käme der Traum
mit dem welken Kranz,

und käme der Schmerz
und das Mondenlicht,
sie suchten mein Lager -
sie fänden mich nicht!

Der Morgen aber
mit freundlichem Schein,
der streute dann Rosen
durchs Fenster herein.

Es strahlte mein Stübchen
in himmlischem Rot,
und still wär's darinnen,
als wär' ich längst tot.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2022-10-11
Line count: 32
Word count: 124