by Theodor Oelkers (1816 - 1869)
König Gambrinus
Language: German (Deutsch)
Herrscht' einst ein edler König zu Flandern und Brabant, war vor und nach kein and'rer mit besser'm Ruhm benannt. Gewandt in zarter Minne, bei Ritterspiel und Tanz; der stärkste Gegner wankte vor seines Schwertes Glanz. Doch lieber preist ihn jeder und weiß ihm hohen Dank, weil er zuerst ersonnen den kühlen Gerstentrank. Wenn er nach heißen Kämpfen in seinem Schlosshof stand, rief er: Wohlauf, ihr Knappen, seid rüstig mir zur Hand! Ihr habt mir gut gestritten voll Ruhms und alter Kraft; so lasst uns nun bereiten den edlen Gerstensaft! Und Knapp' und Knechte schickten sich zu dem Werke dann; der königliche Meister ging ihnen frisch voran. Dann zecht' der alte König, der weitgepries'ne Held; dem räumten sie beim Becher wie in der Schlacht das Feld. Sitzt nun beim kühlen Kruge noch eine lust'ge Schar, denkt sie: Kommt doch kein König, wie der Ganbrinus war! Und meint auch wohl noch jeder, leert er den Humpen aus: Wär' jedes Königsschloss doch ein tüchtig Brauerhaus! Und wär' doch jeder König ein Brauherr, jenem gleich, die Königin die flott'ste Frau Wirtin in dem Reich!
Note: in Stuckenschmidt's setting of this text, each stanza has a repetition of the seventh line without alteration except for stanza 4: in the repetition, the line becomes "nein, nein, kommt doch kein König,"
Text Authorship:
- by Theodor Oelkers (1816 - 1869) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Johann Heinrich Stuckenschmidt (1819 - 1870), "König Gambrinus", published 1852 [ four-part men's chorus ], from Vier Lieder für vierstimmigen Männerchor , no. 2, Mainz, Schott [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-01-10
Line count: 40
Word count: 180