by Anonymous / Unidentified Author
Sehnsucht
Language: German (Deutsch)
Rund um meiner Insel Ende wendet sich der Ozean, und ich strecke mein Hände, ach, umsonst wohl himmelan. Wölbet denn zu jenen Höhen, wo die Sternlein grüßen mich, wenn sie kommen, wenn sie gehen, nimmer ein Brücke sich? Stößt von jenem Sehnsuchtslande nie ein segelreicher Kahn hier an meinem Küstenrande mich errettend freundlich an? Wohl, die Brücke wird sich gründen, die dich still hinüberführt, und die Ufer wirst du finden, die ein ew'ger Fühling ziert. Glauben musst du, hoffen, lieben, dein ist dann die ganze Welt; unerreicht ist nichts geblieben, dem die drei sich zugesellt. Glaube wird die Pfeiler stellen, die kein Erdensturm zerbricht; ragend über Wolk' ud Wellen wanken sie dem Wand'rer nicht. Liebe, die so gern vereinet, führt von Säul' zu Säule dann dir die Bogen, es erscheinet bald die Brücke wundersam. Hoffnung mit den Himmelsblicken führt dich freundlich an der Hand, und du grüßest mit Entzücken bald dein schönes Sehnsuchtsland.
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Johann Zundel (1815 - 1882), "Sehnsucht", op. 5 (6 Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte) no. 2, published 1844 [ voice and piano ], Mainz, Schott [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-02-12
Line count: 32
Word count: 153