by (Heinrich) Ludwig Theodor Giesebrecht (1792 - 1873)
Gutenbergs Bild
Language: German (Deutsch)
In dem Lichtmeer ohne Schranke, in dem [Geiste Lebens voll]1 keimt erfindender Gedanke, der die Welt durchdringen soll, und in Menschenleib wird er verschränket, einer Seele ist er eingesenket. Düst'res Weh' und reinste Wonnen [ringen dann in]2 Menschenbrust, bis vollendet, was begonnen, bis, sich seiner voll bewusst, der Gedanke selber sich ergründet, sich als Werk in freud'ger Lust verkündet. Und das Werk, es wirket mächtig aller Zeiten Flut hinab, die Erfindung blühet prächtig, den Erfinder deckt das Grab. Gutenberg, du lebst in deinen Lettern, Samenkorn in seinen grünen Blättern. Doch wie reich das Laub gewebet, das Gewächs hat keine Ruh'; was dem Samenkorn entstrebet, strebt dem Samenkorne zu. Wenn Erfindung im Erfinder endet, dann erst wird des Lebens Kreis vollendet. Und es treibt und regt sich stille, tausend Herzen werden weit, und zu Tage drängt der Wille, und erfüllet ist die Zeit, und die Kunst, die mächt'ge, hat geboten: Gutenberg, erstehe von den Toten!
Text Authorship:
- by (Heinrich) Ludwig Theodor Giesebrecht (1792 - 1873), "Gutenbergs Bild" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Carl Almenräder (1786 - 1843), "Gutenbergs Bild" [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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