by Anonymous / Unidentified Author

Der Landmann an die Nachtigall
Language: German (Deutsch) 
Kommst spät du liebe Nachtigall!
  Kommst spät in diesem Jahr,
Weil immerhin, bald Frost, bald Schnee
  Und kalter Nordwind war.

Tiburtius ist sonst dein Tag,
  So wie der Landmann spricht,
Und dieser war schon lang vorbei,
  Und dich, dich sah man nicht.

Nun endlich aber bist du da
  Und singst dein herrlich Lied.
Singst Tage lang, singst Nächte lang,
  Und singst dich gar nicht müd'.

Nur dann, wann's deine Pflicht erheischt,
  Schweigt deine Kehle still,
Suchst Hälmchen Gras zu deinem Nest,
  Soll helfen ich? - ich will.

Hast, arme Tröpfin! viel zu tun,
  Ich teile deine Müh,
Ein' Handvoll Hälmchen bring' ich dir,
  Flieg her und wähle sie!

Und wenn du dann im Neste sizst,
  So werf' ich Würmchen drein,
Und zäume vor Untieren dann
  Dein Wochenbettchen ein.

Sing also immer gutes Muts
  Was dich die Liebe lehrt,
Sei traut mit mir, wie ich mit dir!
  Dein Nest bleibt ungestört.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 28
Word count: 150