by Anonymous / Unidentified Author

Zuruf an Jünglinge
Language: German (Deutsch) 
Was steht ihr am Wege
So müßig und träge
  Zu Arbeit und Müh?
Wer immer nur sinnet,
Und immer beginnet,
  Der endet auch nie.

Drum weg mit dem Zaudern,
Drum weg mit dem Plaudern
  Von Tugendgefühl!
Nicht blos mit Empfinden,
Mit Handeln nur finden
  Wir endlich das Ziel.

Schön ist es, zu lehren
Die Tugend zu ehren,
  Das Laster zu fliehn,
Doch schöner, wenn Saaten
Bald reifender Taten
  Den Wandrer umblühn;

Wenn Wonne mit Segen
Auf dornigen Wegen
  Die Reis' ihm verkürzt,
Und Tugend, im Kleide
Der Unschuld, die Freude
  Gedoppelt ihm würzt.

Doch soll sie, wir schwören!
Sie ewig zu ehren
  Mit Taten und Sinn!
Sie fest zu umfassen,
Und nimmer zu lassen
  Um keinen Gewinn!

Vollendete blicken
Herab mit Entzücken
  Auf unsern Entschluß,
Zu größeren Werken
Die Seele zu stärken
  Durch himmlischen Kuß.

Auf! Hände in Hände!
Wir wallen behende,
  Und enden den Lauf!
Dann nehmen die Schatten
Des Himmels die matten
  Vollendeten auf.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 42
Word count: 156