Das Lieblingsplätzchen
Language: German (Deutsch) 
Wohl kenn ich ein Plätzchen, da wohnt' ich so gern; 
Da ist man dem Wirrwarr der Menschen so fern; 
Da lebt man so einsam und stille für sich; 
Da lebt' ich für Liebchen, und Liebchen für mich.  

Wir bauten ein Hüttchen von Strauchwerk umheckt, 
Das bliebe den Blicken des Neides versteckt; 
Das wäre für hohe Besuche zu klein; 
Doch kehrte wohl öfters der Freund bei uns ein.  

Um's Hüttchen her würde der Garten geführt, 
Mit Bäumen und Blumen gar stattlich verziert; 
Und suchten am Abend wir Stille und Ruh', 
So eilten der Laube von Geisblatt wir zu.  

Da kos'ten wir traulich die Stunden dahin, 
Bis dichtere Schatten die Landschaft umziehn: 
Dann wallten, umleuchtet vom silbernen Schein 
[Der Sterne, wir wieder]1 ins Hüttchen hinein. 

Genössen mit Danke das ländliche Mahl, 
Und Liebchen kredenzte den vollen Pokal:  
Bald winkte der Schlummer zur nächtlichen Ruh', 
Dann drückten wir küssend die Augen uns zu.

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Confirmed with Bergisches Taschenbuch zu Belehrung und Unterhaltung, vierter Jahrgang, ed. by W. Aschenberg, Düsseldorf: Dänzer'sche Buchhandlung, 1802, pages 138 - 139.

1 Himmel: "Wir wieder zufrieden"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-07-28
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