Was blieb und war
Language: German (Deutsch) 
Im Arme der Vergangenheit
Liegt, was der Lenz gebar;
Wie Blume sich an Blume reiht,
So floh der Träume gold'ne Zeit:
Sie war!

Da hört' ich, was die Weisheit sprach:
Ich dachte, wählte, schrieb;
Und schlich von ihr der Thorheit nach:
Der gute Thor, der Mensch, ist schwach!
Das blieb! 

Im Strom des Lebens wiegten sich  
Zwei Augen blau und klar,
Ein Mund, um den ein Lächeln schlich,
Und diese Lächeln suchte mich:
Das war! 

Wie manches, das wie diesen Traum,
Die Fluth vorüber trieb,
Verschlang mit ihn der Woge Schaum;
Es war nicht mehr, und lebte kaum:
Das blieb! 

Die Hoffnung trug den Augenblick
Des Glücks von Jahr zu Jahr;
So floh die Zeit, so floh das Glück, 
Und was entfloh, kommt nie zurück:
Es war!    

Behalte für den dunklen Rest  
Die heitern Träume lieb,
Auch welken Blumen naht der West,
Und liebe treu und halte fest,
Was blieb! 

Confirmed with Ernst August, Freiherr von Steigentesch, Erzählungen, Gedichte und vermischte Aufs&auuml;tze, erster Band, Wien: bei Anton von Hayduk, 1828. Appears in Gedichte und Märchen, pages 78 - 79.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-03-05
Line count: 30
Word count: 150