by Heinrich Alfred Bulthaupt (1849 - 1905)

Wie sich die Nebelzüge dort
Language: German (Deutsch) 
Wie sich [die Nebelzüge dort]1
[Dräuend]2 zu Wolken verdichten,
Rausche, Regen, pfeife, Sturm,
Berstet, ihr nadligen Fichten! 

Einst auch braust' es im Herzen drin,
Wollt ihr deß mich erinnern?
Rausche, Regen, und heule, Sturm,
Ich hab' Frieden im Innern. 

Über den schäumenden Gießbach weg
Wage den feuchten Sprung nur,
Nasse Kühle verdüftet schnell,
Ist man feurig und jung nur. 

Die ihr Eichen wie Blumen pflückt,
O ihr wilden Gewalten  -- 
Wie vor dem rasenden Ungestüm
Selber die Felsen spalten. 

Horch, nun werden die Donner wach, 
Die in den Lüften schliefen  -- 
Vorwärts, wenn von der Feuchte gleich
Wangen und Locken triefen! 

In dem wilden verworrenen Streit
Soll mich die Ruhe erquicken  -- 
Wende dich!  von den Blitzen erhellt
Möcht' ich dein Antlitz erblicken. 

Nun, Gesell, ein lustiges Lied,
Laß es brausen und schallen,
Wir, die größer als Donner und Blitz,
Lachen und trotzen Allen! 

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Confirmed with Durch Frost und Gluthen, vierte vermehrte Auflage, Oldenburg und Leipzig: Schulzesche Hof-buchhandlung und Hof-buchdruckerei, 1904. Appears in Aus Deutschland, in Aus den Bergen, no. 4, page 146.

1 Hosltein: "Nebelzüge"
2 Holstein: "drängend"; further changes may exist not shown above.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-03-19
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