Trostlos
Language: German (Deutsch) 
Der Regen rasselt, es [sauset]1 der Sturm,
Die Fahne knarrt auf dem Kirchenthurm;
Die Sterne verloschen seit Mitternacht,
Und Alles schlummert, ich halte Wacht.

Ich halte Wacht, daß dies morsche Herz
Nicht schlummernd träume von Trost in Schmerz,
Ich halte Wacht, daß mein Aug' sich nicht schließt,
[Geschlossenes]2 Aug' keine Thräne vergießt.

Den Zugang hatt' ich dem Schmerz versagt,
Ich Narr, ich hatt' mich mit Hoffnung geplagt,
Jetzt öffn' ich die Brust dir, jetzt ziehe herein,
Komm Schmerz, ich will dein [Leibeigener]3 sein.

Ich Thor, ich glaubte, [es]4 tödte der Schmerz,
Es schlägt noch fort das [gebrochene]5 Herz,
Vor Gram hat Mancher zu sterben gemeint,
Und Keiner hat je sich zu Tode geweint.

Doch hat sich Mancher schon todt gelacht?
Nun wohl, so lach' ich [hinein]6 in die Nacht,
Nur kecker und lauter der Hölle zur Lust,
Es muß ja endlich doch springen die Brust!

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Confirmed with Der Gesellschafter, oder Blätter für Geist und Herz, zehnter Jahrgang, ed. by F. W. Gubitz, Berlin: in den Maurerschen Buchhandlung, 1826. Appears in 198stes Blatt, dated Mittwoch den 13 Dezember 1826, page 999.

1 Spohr: "saust"
2 Spohr: "Geschloßnes"
3 Spohr: "Leibeigner"
4 Spohr: "mich"
5 Spohr: "gebrochne"
6 Spohr: "hinaus"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Harry Joelson , Melanie Trumbull

Text added to the website: 2009-04-17 00:00:00
Last modified: 2019-09-21 13:13:03
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