by Josef Franz von Ratschky (1757 - 1810)

Lied der Treue
Language: German (Deutsch) 
Schön sind die blumichten Matten,
Hold ist das blühende Reis,
Mild sind, im kühlenden Schatten
Gaukelnd, die Lüfte des Mays.
 
Aber dir weichen, o Beste!
Blumen und blühendes Reis,
Weichet die Milde der Weste,
Weichet die Anmuth des Mays.
 
Und o mein Alles! an Treue
Gleicht dir kein Weib in der Welt.
Arm bist du zwar: doch ich freye
Weder nach Würde, noch Geld.
 
Müsst' ich auch alles ertragen,
Wählen den schmählichsten Stand,
Brüdern und Freunden entsagen,
Fliehen mein mütterlich Land;
 
Müsst' ich in Wildnissen wohnen,
Hätt' ich zur dürftigen Kost
Täglich nur Wurzel und Bohnen,
Alles ertrüg' ich getrost.
 
Alles ertrüg' ich zufrieden;
Denn was dem Glücklichsten hier
Je das Verhängnis beschieden,
Alles das fand ich in dir.
 
Drum sollt' ich je dich verlassen,
Dich, die allein mir gefällt,
Dann mag der Himmel mich hassen,
Und mich verachten die Welt.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

This text was added to the website: 2008-07-04
Line count: 28
Word count: 141