by Cäcilie von Werthern (1773 - 1831)

Die Stimme der Nacht
Language: German (Deutsch) 
Dort im Thal hör ich verhallen
fern und nah der Glöckchen Schallen,
sehe nur an Gletscherspitzen
Phöbus Strahl noch matt erblitzen;

seh' den Stern am Himmel blinken,
still in Nacht die Flur versinken;
Ach! Und mir gedrängt im Herzen
toben wild der Liebe Schmerzen!

Ungehört erschallt mein Klagen
durch die Nacht vom Wind getragen;
ahndet sie, die hoch ich ehre,
welche Glut mein Herz verzehre?

Nein, erschallt in stillen Lüften
mir ein Ton aus Bergesklüften,
und es ruft: was nützt dein Bangen?
Nicht erfüllt sie dein Verlangen.
Nicht erhört sie dein Verlangen.

Fliehe fern, o Armer! Ferne,
nach dem Wink der Schicksalssterne
und ergieß' in stillen Thränen
einsam dann dein Liebessehnen.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Harry Joelson

Text added to the website: 2009-04-03 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:02:31
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