by Johann Baptist von Alxinger (1755 - 1797)

Das zärtliche Mädchen
Language: German (Deutsch) 
[O]1 willkommen, stille Haine!   
Daß in eurer Dunkelheit
Ich um meinen Fernen weine,
Thränen heisser Zärtlichkeit. 

Hier, wo einst in Wonnestunden,
HIngegossen auf das Gras,
Ich von seinem Arm umwunden
Glücklich auch die Welt vergaß.

Wo, bei sanftem Händedrücken,
Ich mit ihm durchs Dunkel ging,
Unterdeß an meinen Blicken
Feuervoll der seine hing. 

O da lispelt' er bescheiden
In mein Ohr die Liebe Schwur; 
Und es schien an unsern Freuden
Theil zu nehmen die Natur; 

Denn es lispelten die Quelle
Und die Abendwinde mit, 
Frischer war die Rasenstelle,
Jedes Blümchen aufgeblüht.

Aber jetzo klagt die Quelle,
Seufzt der Abendwind um ihn,
Auf die welke Rasenstelle
Sinken matt die Blumen hin. 

Dennoch, wenn ein rauschend Blättchen
Diese leise Seufzer stört,
Glaubt sein liebesieches Mädchen,
Daß es seinen Fußtritt hört. 

O daß es nicht mehr sich täusche,
Komm, es ladet dich der Hain,
Dieser Quelle Klaggeräsche,
Diese kranken Blumen ein.

Über Felder, über Klippen,
Walle, Flüchtiger, dein Fuß;
Komm, schon glüht auf meinen Lippen
Dir der Liebe Freudenkuß. 

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Confirmed with Gedichte des Herrn Johann von Alxinger, ed. by Friedrich Just Riedel, Halle: Johann Jacob Gebauer, 1780. Appears in Oden und Lieder, pages 44 - 45.

1 Štěpán: "Seid"; further changes may exist not shown above.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Melanie Trumbull

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