by Joseph Mendelssohn (1817 - 1856)

Morgengedanken
Language: German (Deutsch) 
Horch!  Wie ein Echo jenes mächt'gen Werde,
Das einst des Chaos Finsterniß gebannt, 
Durchbebt die schwarzen Nebel leises Wehen, 
Der Himmel rief  --  die Fee der Nacht entschwand. 

Dein, königlicher Tag, ist nun die Erde, 
Dein ist, anbetend, das gewalt'ge Meer, 
Auf Deinem Haupte glüht die Morgenröthe, 
Wie eine Herrscherkrone, ewig hehr. 

In Deiner Rechten ruht, ein Flammenscepter, 
Das heil'ge Licht, und seine keusche Gluth 
Strömt nieder auf die durst'ge Frühlingserde, 
Mild tränkend sie mit seiner Segensfluth.  

In meine Seele auch sank hoch vom Himmel 
Des Lichtes Perle, wie ein Wunderthau, 
Und wonnig bebet sie, wie Rosen beben, 
Bei'm ersten Zephirsweh'n auf junger Au'. 

Confirmed with Abend-Zeitung, fünfundzwanzigster Jahrgang, erster Band,, ed. by Carl Gottfried Theodor Winkler as "Theodor Hell," Dresden und Leipzig: Arnoldischen Buchhandlung, 1841. Appears in Abend-Zeitung, issue 64, 16 März 1841, page 505.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-10-16
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