by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875)
Es ist nun einmal so gekommen
Language: German (Deutsch)
Es ist nun einmal so gekommen, Ich bleib allein, — du gehst von hier; Halb wird das Leben mir genommen, Doch leben werd ich, glaube mir! Ein dünner Faden ist das Leben, Doch aber zäh, unendlich zäh, Er überdauert Lust und Beben, Er überdauert Wohl und Weh. Darum entschlage dich des Bangens, Zieh ruhig, — frage nicht um mich; Trotz alles Hangens und Verlangens Werd ich auch leben ohne — dich! Sieh jenen Vogel dort im Bauer, Man grub ihm beide Augen aus, Und dennoch lebt er, lebt in Trauer, Und horch! er singt in seinem Haus. Tritt hin, vermehre seinen Jammer, Schlag ihm die Flügel auch entzwei; Er lebt noch, hüpft in finstrer Kammer, Und singt ein Schmerzenslied dabei. Und so gedenk auch ich zu leben, Beraubt zwar meines Augenlichts, Zu schwach, die Schwingen mehr zu heben, Doch leben werd ich, — fürchte nichts. Und so gedenk auch ich zu singen Ein Schmerzens ein Lied von dir, Das mir ersetze Licht und Schwingen — Ich werde leben, — glaube mir! —
A. von Schleinitz sets stanzas 1, 4, 7
Text Authorship:
- by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Alexandra von Schleinitz , "Es ist nun einmal so gekommen", op. 3 (Herbstblumen: zehn Lieder) no. 8, published 1863, stanzas 1,4,7 [ voice and piano ], Berlin : Bote & Bock [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Joost van der Linden [Guest Editor]
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