by Ernst Scherenberg (1839 - 1905)

Nur unter Stürme entsendet sein "Werde"
Language: German (Deutsch) 
Nur unter Stürme entsendet sein "Werde"
Mahnend der Lenz in den schlummernden Schacht,
Nur unter Stürme erhebt sich die Erde,   
Wenn sie vom Schlafe des Winters erwacht.  
Sollen die eisigen Fesseln zerbrechen,  
Sollen sich Ströme und Fluren befrei'n,
Willst du den Lenz  --  nun so mußt du auch sprechen,
Stürme des Frühlings, brechet herein! 

Stürme des Frühlings auch gibt's, wenn zum Streite
Einmal die Geister des Volkes erstehn;  
Stürme des Frühlings auch sind's, die uns heute
Wieder mit warnender Stimme umwehn.   
Aber wer wollte vor ihnen verzagen?
Winkst nicht im Morgen schon rosiger Schein? 
Boten nur sind sie von schöneren Tagen  -- 
Stürme des Frühlings, brechet herein! 

Brüder, verbunden durch Einen Gedanken,
Stehn wir als Erben des Vätergeschlechts,  
Stehen im Sturme wir, ohne zu wanken,  
Fest auf dem Fels des beschworenen Rechts! 
Mögen auch heut' wir im Kampfe erliegen,
Hüllt auch noch einmal der Winter uns ein  -- 
Tagt doch ein Morgen, an welchem wir siegen!  -- 
Stürme des Frühlings, brechet herein! 

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Confirmed with Gedichte von Ernst Scherenberg, Leipzig: Ernst Keil, 1874 pages 186 - 187.


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-08-30
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