by (Karl) Ludwig Pfau (1821 - 1894)

Auge und Thränen
Language: German (Deutsch) 
Verlöschen soll vom vielen Weinen 
Ein Auge, sei es noch so klar;
Doch lichter dringt der Stral des deinen 
Durch all die Thränen immerdar.

Es wohnt ja nicht im Aug' die Wonne,
Es wohnt ia nicht im Aug' der Schmerz:
Was aus ihm bricht wie eine Sonne,
Ist in der Brust das Menschenherz.

Je reicher drum das innre Scheinen, 
Je heller stralt das Auge gleich --
Kann da ein Aug' vergehn vom Weinen? 
Wird nicht das Herz von Thränen reich? 

Kein Wunder, daß dein Auge glühte 
Nach all dem Weh so hell und rein;
Denn all der Reichthum im Gemüte 
Gedeiht in heil'gem Schmerz allein.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2009-09-01
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