by Julius Wolff (1834 - 1910)

Spielmannslohn
Language: German (Deutsch) 
Ich habe mir mit Sang und Spiel
Schon manchen Preis gewonnen,
Doch leider ist's, war's noch soviel,
Bald durch die Kehle geronnen.

Kein Angedenken hab' ich mehr
An klangerfüllte Stunden,
Es ist und bleibt der Beutel leer,
Und Alles ist verschwunden.

Nur eines Abends denk' ich noch
In einer Stadt am Rheine,
Denn da ward unversehens doch
Der höchste Spieldank meine.

Es war nicht Gold, nicht Ehrenkranz
Für die gesungnen Lieder,
Doch neidisch sah mit vollem Glanz
Der Mond darauf hernieder.

Es brachten, die mein Sang geruhrt,
Als Lohn mir im Vereine
Zu einem Kusse zugeführt
Die schönste Frau vom Rheine.

In Demuth nahm ich hin den Dank
Von ihrem rothen Munde,
Und stolz trag' ich ihn lebenslang
Auf meines Herzens Grunde.

O Herr, so du mir gnädig bist
Auf deinem Himmelsthrone,
Daß man ein armer Spielmann ist,
Lohnt sich bei solchem Lohne! 

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2010-02-26 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:03:35
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